Abschleppdienst, bitte!

Am Freitag habe ich Euch von den Ausflügen erzählt, die wir am Wochenende machen wollten. Von zwei ist uns leider nur einer gelungen. Geplant war am Samstag eine Tour nach Maastricht. Beim letzten Mal hat es mir dort total gut gefallen, weil Maastricht einfach ein wunderschönes Städtchen ist. Deshalb und auch weil mein Papa, der am vergangenen Wochenende zu Besuch war, noch nie dort war, wollten wir noch einmal hin. “Wollten” ist das richtige Wort, denn angekommen sind wir nie.

Wir waren gerade eine Stunde unterwegs als mitten auf der Autobahn ein Warnsymbol aufleuchtete: Falscher Motoröldruck – Fahrzeug sofort anhalten. Leichter gesagt, als getan, wenn man sich mitten auf der Autobahn befindet. Wir haben es gerade noch zu einer Abfahrt geschafft, ehe der Motor seinen Geist aufgab. Natürlich genau dort, wo die Abfahrt mit einer stark befahrenen Landstraße kreuzte. Auf der Kreuzung stehen bleiben konnten wir nicht, deshalb haben wir den Wagen noch bis an den grünen Seitenstreifen rollen lassen. Gott sei Dank ging es bergab.

Ich darf hier erwähnen, dass unser Mietwagen ganz neu war und gerade einmal 4.000 km auf dem Tacho hatte. Einfach unglaublich. Nachdem wir schon so viele schlechte Erfahrungen mit französischen Autos in der Familie hatten, werden wir uns nie wieder einen zulegen. Weder privat noch als Mietwagen.

12508801_10201134528363437_2995836226472601310_n

Die Polizei dein Freund und Helfer – oder nicht?

Da ich zum ersten Mal eine Panne mit einem Auto hatte, wusste ich nicht so richtig was zu tun ist. Also habe ich als Erstes die Polizei verständigt, was sich im Nachhinein als unnötig herausstellte, da der Polizist am anderen Ende der Leitung nicht gerade hilfsbereit war. Nachdem ich ihm geschildert hatte, wo wir uns befinden (was macht man eigentlich ohne Google Maps und Internet Flat????? ) fragte er mich allen Ernstes: “Ja und was soll ich jetzt machen?”.

Hallo? Die Polizei dein Freund und Helfer?! Auch wenn sich nachher herausstellte, dass die Polizei bei einer Panne nicht helfen kann und man den Abschleppdienst selbst rufen muss, hätte ich mir doch ein bisschen Unterstützung seitens der Polizei gewünscht. “Bleiben Sie ruhig, stellen Sie das Warndreieck auf, bringen Sie sich in Sicherheit und verständigen Sie den Pannendienst!” – so etwas in der Art wäre doch sicherlich drin gewesen.

Uns blieb nichts Anderes übrig als den Abschleppdienst zu rufen, der uns daraufhin eine 45- bis 50-minütige Wartezeit ankündigte. Derweil konnten wir ein wenig die Landschaft genießen. Nicht ganz so schön wie Maastricht, aber immerhin hat es nicht geregnet. Mein Onkel, der bei diesem Ausflug bedauerlicherweise nicht dabei war, ist ein Meister darin, aus den besch*ssensten Situationen noch etwas Positives rauszuholen. Ganz nach seinem Vorbild haben wir es uns gemeinsam zur Aufgabe gemacht, den positivsten Aspekt dieses Unglücks zu finden und zu krönen. Die schöne Landschaft war ein netter Versuch, es ging aber noch besser.

12494828_10156437222320525_552794527474209085_n

Nach 1 1/2 Stunden traf dann endlich unser gelber Engel ein. Da hat der ADAC doch wieder Pluspunkte auf unserem Konto gesammelt. Der Fahrer war nämlich unglaublich nett. Den kurzen Weg zum ADAC-Hof durch Aachen nutzte er für eine kleine Sightseeing-Tour, sogar teilweise auf Englisch, was unseren englischen Gästen natürlich besonders gut gefiel. Wir freuten uns über die Infos zum imposanten Stadion von Alemannia Aachen. Ein Drittligist, der ca. 30.000 Besucher im Stadion begrüßen darf. Nicht schlecht Herr Specht.

12510966_10201138181734769_1328215168_o

Der gelbe Engel war es auch, der die Krone für den optimistischsten Satz des Tages verliehen bekam. Als wir ihm erzählten, was unser eigentliches Ziel war – nämlich Maastricht – sagte er: “Naja, da können Sie ja gleich immer noch hin!”. Mittlerweile hatten wir 15.30 Uhr und Maastricht liegt ca. zwei Stunden von unserem Heimatort entfernt. Davon abgesehen hatte nach diesem Abenteuer niemand von uns mehr Lust auf einen Shopping-Trip. Wir wollten nur noch nach Hause.

12439043_10201134528403438_6767098758677145696_n

12541054_10201134528683445_9088240000302846574_n

Immerhin können wir jetzt von uns behaupten, dass wir schon einmal mit einem Abschleppwagen gefahren sind. Und ich weiß endlich, wie der Abschleppdienst die Autos auf den Wagen bekommt.

Lifegoal: check.

Wieso simuliert man in der Fahrschule eigentlich keine Pannen?

12541121_10156437221915525_3297484279367553218_n

Bildschirmfoto 2016-01-10 um 17.49.07.png

Nachdem wir den Pannenwagen abgeladen hatten und uns einen neuen Mietwagen besorgt hatten, konnten wir dann endlich den verdienten Heimweg antreten. Das war mal ein erfolgreicher Tagesausflug. Auf jeden Fall “a day to remember”. Und immerhin sind wir alle heil davongekommen. Von unserem besser gelungenen Ausflug nach Köln berichte ich Euch dann am Freitag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.