Reisebericht Andalusien: Conil de la Frontera | Travel

Wie versprochen gibt es heute endlich meinen Reisebericht zu Andalusien. Besser gesagt den ersten von vier Teilen, in denen ich Euch ausführlich berichten möchte, was wir alles Tolles gesehen und erlebt haben. Im ersten Teil geht es heute um das kleine Fischerdorf Conil de la Frontera, in dem sich unser Hotel befand.

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Conil de la Frontera – ein Fischerdorf am Atlantik

Conil de la Frontera gehört zur Provinz Cádiz im Süden Spaniens und liegt an der Costa de la Luz, der „Küste des Lichts“ direkt am Atlantik. Es ist eines der weißen Dörfer, die sich entlang der Ruta de los Pueblos Blancos (Route der weißen Dörfer) befinden und hat ca. 22.000 Einwohner. Im Sommer strömen zahlreiche Touristen in den kleinen Fischerort, sodass die Besucherzahl auf ca. 80.000 ansteigt.

Ganz im Gegensatz zu anderen sehr beliebten Städten in Andalusien, wie zum Beispiel Málaga, herrscht in Conil de la Frontera noch kein Massentourismus. Die Hotels sind weitestgehend ausgelagert, sodass sich innerhalb des Ortzentrums fast nur Einheimische finden. In der Vorsaison sind die Strände und Straßen unter der Woche sehr ruhig und leer, nur am Wochenende kann man sehen, wie lebhaft es in Conil zugeht, wenn alle Spanier ihre freien Tage am Strand und in der Sonne verbringen wollen. Und das zu Recht.

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Conil, wie die meisten Spanier den Ort nennen, trägt, wie viele andere Städte den Namenszusatz „de la Frontera“, was so viel bedeutet wie „an der Grenze liegend“. Zurückzuführen ist dies auf die Zeit, in der die Mauren und Christen um das Gebiet rund um Jerez gekämpft haben. In Jerez, etwa eine Stunde von Conil entfernt, liegt übrigens auch der Flughafen.

Conil mit dem Fahrrad erkunden

Vom Hotel aus brauchten wir ca. 15 min bis ins Ortszentrum. Da uns der Fußweg an manchen Tagen echt zu weit war, haben wir uns dazu entschlossen, Conil einfach mal mit dem Fahrrad zu erkunden. Für schlappe 24 € konnten wir direkt vor unserem Hotel Räder ausleihen und den ganzen Tag damit durch die Landschaft fahren. Landschaft ist genau das richtige Stichwort – die war nämlich nicht nur traumhaft, sondern auch außergewöhnlich vielseitig. Aber dazu später mehr. Conil selbst ist ziemlich hügelig gelegen, mal ging es bergab zum Strand und mal auch wieder bergauf. Bergauf war dann leider oft Schieben angesagt, vor allem, wenn man kein besonders gut trainierter Radfahrer ist, so wie ich 😀

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Die weißen Fassaden der Gebäude waren wirklich beeindruckend. Manche von ihnen waren, wie Ihr sehen könnt, auch noch wunderschön mit Blumen geschmückt.

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Bekannt für den Thunfisch 

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Conil de la Frontera um einen Fischerort, der früher ausschließlich von der Fischerei und der Landwirtschaft gelebt hat. Besonders der Thunfischfang „Almadraba“ war hier von Bedeutung. Das lässt sich heute nicht nur an dieser wunderschönen Skulptur direkt am Strand, sondern auch an den vielen Thunfischgerichten auf den Karten der Restaurants erkennen.

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So viel unberührte Natur

Hat man das Rad so richtig rollen lassen, war man blitzschnell an der Strandpromenade und dem kilometerlangen Strand von Conil angekommen. Eigentlich gibt es mehrere kleinere Strandabschnitte, die alle unterschiedliche Namen haben. Direkt vor dem Ort Conil liegt der Playa de los Bateles, von dem aus man nach links auf den Playa de Castilnove gelangt. Dieser ist sehr einsam, sieht fast aus wie ein Naturschutzgebiet und ist ein beliebter Ort für alle Surfer. Den Namen hat er vom Turm „Torre Castilnovo“, den wir aber mit den Fahrrädern leider nicht mehr erreichen konnten. Dazu war der Boden einfach zu sandig – darauf hatte mein Citybike keine Lust. 🙂

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In der Ferne kann man hier den „Torre Castilnovo“ erahnen. Die Brücke verbindet die beiden Strände von Conil und hilft Fußgängern und Radfahrern über den Río Salado, der direkt in den Atlantik fließt.

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Die Dünenlandschaft und die herrlich unberührt wirkende Natur ließen einen wirklich staunen. Insgesamt muss ich sagen, dass es in Conil sehr ruhig zugeht und man sich wirklich gut erholen kann. Keine Spur von Massentourismus – und das ist auch gut so. So kann man die Kultur in Spanien erst richtig erleben. So viel zum Landschaftsbild auf der einen Seite von Conil. Dass es davon noch mehr zu bestaunen gab, habe ich Euch am Anfang ja schon erzählt.

Von der Dünenlandschaft zur Wüste

Die Radtour führte uns wieder zurück und vorbei am Hotel in die entgegengesetzte Richtung. Und da war man von der Nordsee mit einem Schlag praktisch in der Wüste. Sind wir doch gerade erst gemütlich an der Strandpromenade von Conil entlang geradelt, fanden wir uns eine halbe Stunde später in diesem Gelände wieder. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie sich mein Citybike gefreut hat 😉

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Wären wir nicht selbst da gewesen und hätten es nicht mit eigenen Augen gesehen, wir hätten es nicht geglaubt. Man könnte fast meinen, wir seien in zwei verschiedenen Ländern gewesen, aber dem war nicht so. Einfach unglaublich.

Der Hafen von Conil

Der Radweg führte uns zum anderen Ende von Conil, an dem sich der Fischereihafen befindet. Dort haben wir dann erst mal ein kleines Picknick – mit umwerfendem Ausblick – gemacht.

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Nach der kleinen Mittagspause ging es entlang der Klippen zurück zu unserem Hotel. Ein atemberaubender Ausblick, der uns so einige Male anhalten und absteigen ließ.

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Wir haben in dieser einen Woche so viele neue und wunderschöne Eindrücke gesammelt, die wir sicher nicht erlebt hätten, wenn wir wieder in die Türkei gefahren wären und uns in sieben Tagen nur vom Bett zur Strandliege und zurück bewegt hätten. Auch wenn das manchmal auch nicht schlecht ist 🙂 Wir waren anfangs sehr traurig, dass wir uns gegen die Reise in die Türkei entscheiden mussten, da uns die Situation vor Ort einfach zu gefährlich war und ist. Mittlerweile sind wir froh, dass wir uns für Andalusien entschieden haben und noch einmal etwas völlig Neues kennenlernen durften. Und ich denke nach diesem Bericht könnt Ihr verstehen, warum wir dieses Reiseziel nur wärmstens weiterempfehlen können.

Na, wer bucht alles Andalusien für den nächsten Urlaub?

6 Comments

  1. Monika Wendling
    März 18, 2016 / 11:03 am

    Ich glaube, wir buchen den nächsten Urlaub dort so schön wie die Bilder sind!!!

    • März 18, 2016 / 1:56 pm

      Kann ich nur empfehlen 🙂

  2. Gritt Berger
    September 25, 2016 / 9:29 am

    Hallo Vicky,
    ich kann deinen Reisebericht nur zustimmen.
    Mein Mann und ich sind zur Zeit in Conil:))
    Wir fahren immer im September, da ist es nicht mehr so heiß.
    Wir sind zum sechsten mal im Hotel Cran Conil.
    Wir finden es hier so toll und werden im nächsten Jahr wieder in Conil sein.
    In welchem Hotel seid ihr gewesen?
    Sonnige Grüße
    Gritt

    • September 25, 2016 / 6:12 pm

      Hallo Gritt,

      Danke für deine lieben Worte 🙂 wir waren auch im Gran Conil. Ich habe in einem anderen Beitrag auch darüber geschrieben. Vielleicht magst du mal reinschauen? Das war auf jeden Fall eines der schönsten Reisen überhaupt. Schönen Urlaub euch noch!
      LG Vicky

      • Gritt Berger
        September 28, 2016 / 12:03 am

        Hallo Vicky,
        vielen Dank 😊
        Ich werde gerne weitere Reiseberichte von dir lesen.
        Wir haben durch deine Anregung natürlich gleich eine Wanderung über die Steilküste gemacht.
        Einfach gigantisch.
        Liebe Grüsse Gritt

        • September 28, 2016 / 11:25 am

          Hallo Gritt, oh wie toll – ich hoffe, es hat Euch genauso gut gefallen wie uns. Wenn ich mir die Bilder aus meinem Bericht anschaue, möchte ich gleich zurück nach Conil. Einfach traumhaft dort.

          Liebe Grüße
          Vicky

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