Reisebericht Andalusien: Sevilla | Travel

Im zweiten Teil meines Reiseberichts über Andalusien geht es heute um die schöne Stadt Sevilla. Sie ist nicht nur die Hauptstadt von Andalusien, sondern mit rund 700.000 Einwohnern auch die viertgrößte Stadt Spaniens. Also definitiv einen Tagesausflug wert.

Sevilla liegt etwa 1:40 h von unserem Urlaubsort Conil de la Frontera entfernt, von dem ich Euch am Freitag ja schon ausführlich berichtet habe. Wir haben uns für einen Ausflug mit unserem Reiseveranstalter entschieden und sind morgens früh um halb acht mit dem Bus in Richtung Sevilla gestartet. Ganz billig war der Spaß nicht, denn auch wenn wir uns schon für eine Erkundung auf eigene Faust entschieden hatten, in der keine Stadtführungen inbegriffen waren, kostete uns alleine die Busfahrt 41 € pro Person. Aber ein altes Sprichwort sagt: “Wer Sevilla nicht gesehen hat, der hat das Wunder nicht gesehen” und so konnten wir uns den Ausflug doch nicht entgehen lassen.

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Man hat uns mit dem Bus direkt vor der Universität von Sevilla abgesetzt und von da aus ging es für uns, mit einem Stadtplan bewaffnet, natürlich erst einmal zur Kathedrale von Sevilla. Sicherlich hätten wir diese auch gerne von innen gesehen – zumal die sterblichen Überreste von Christoph Kolumbus dort aufbewahrt werden – aber die Schlangen auf dem Bild lassen Euch erahnen, wie viele Menschen unbedingt hinein wollten. Das dauerte uns dann definitiv zu lange. Also ging es weiter durch die kleinen Gässchen und über die größeren Plätze, an denen es eine Vielzahl von atemberaubenden Gebäuden zu entdecken gab.

Karten lesen will gelernt sein

Einen Stadtplan richtig zu lesen ist gar nicht mal so einfach, wie wir feststellen mussten. Vor allem, wenn dort alles auf Spanisch geschrieben steht. Ewig – wirklich ewig!! – haben wir den Spanischen Platz gesucht und sind fast daran verzweifelt. Wahrscheinlich benebelte die Müdigkeit unsere Sinne, denn ich muss zugeben, dass so ein Städtetrip zu Fuß echt anstrengend ist. Und der Spanische Platz war der letzte Sightseeing-Punkt, den wir unbedingt vor unserer Heimfahrt noch gesehen haben wollten. Irgendwann haben wir ihn endlich gefunden und waren überglücklich, denn der Spanische Platz ist wirklich sehenswert.

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Leider waren wir danach so erschöpft, dass wir es uns auf einer Bank erst einmal gemütlich machen mussten. Aber gar kein Problem, denn der Ausblick war wirklich herrlich. Wahrscheinlich wäre es für uns das Beste gewesen, wenn wir uns ein Ticket für einen Hop On und Hop Off Bus gekauft hätten, der uns einfach gemütlich an den verschiedenen Sehenswürdigkeiten entlang kutschiert hätte. Apropos kutschiert – nie zuvor habe ich irgendwo so viele Pferdekutschen auf einem Haufen gesehen. Eine Kutschfahrt wäre natürlich auch toll gewesen, allerdings mussten wir unseren Geldbeutel etwas schonen und haben uns deshalb (leider) für´s Laufen entschieden. Eine Stunde Kutschfahrt hätte uns nämlich ungefähr 45 € gekostet, was ich definitiv zu teuer finde.

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Gefährlicher Verkehr

Außerdem gab es die Möglichkeit in Sevilla Fahrräder zur Erkundung der Stadt auszuleihen. Aber um ehrlich zu sein hätten wir das nicht überlebt. Nahezu überall in der Stadt dürfen Autos fahren und die Straßenverkehrsordnung ist für den Touri eher schlecht zu durchschauen. Nicht nur einmal wären wir fast von den rasanten Autofahrern erwischt worden – wo bitte hätten wir dann noch Rad fahren sollen? Ich möchte gar nicht dran denken. Der Verkehr in Sevilla ist wirklich ein fetter Minuspunkt.

Ein Duft von Orange

Bereits auf dem Hinweg erzählte uns die Reiseleiterin von den vielen Orangenbäumen, die es in Sevilla gibt und die im Frühling herrlich blühen und einen einzigartigen Duft über die Stadt legen, den man noch meilenweit entfernt riechen kann. Leider waren wir etwas zu früh dort und die Bäume blühten noch nicht. Da müssen wir wohl doch auf das Agua de Sevilla zurückgreifen – ein Parfum, das genau diesen Orangenblütenduft nachahmen soll.

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Das erste Eis in 2016

Natürlich durfte auch in Sevilla die ein oder andere Leckerei nicht fehlen. Nach Tapas für 9 € pro Person gönnten wir uns das erste richtige Eis des Jahres. Bei ungefähr 16°C und Sonnenschein durfte das nicht fehlen. Ich muss zugeben, dass wir in unserer Urlaubswoche wirklich Glück mit dem Wetter hatten. Jeden Tag schien die Sonne und es war kein Wölkchen am Himmel zu entdecken.

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Hat da jemand “shoppen” gesagt?

Neben dem Sightseeing und Essen war natürlich auch ein bisschen Shoppen angesagt. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele große Marken, die wir hier in Deutschland kennen, eigentlich aus Spanien kommen. Mango, Zara & Lush sind nur drei Namen, die ich hier an den Anfang einer langen Auflistung setzen könnte. Da ich bisher noch nicht auf dem spanischen Festland zu Gast war, war das für mich doch eine kleine bis große Überraschung. Besonders gefallen hat mir natürlich dieses Geschäft 🙂

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Kleider, Kleider, Kleider

Außer den uns bekannten Namen, gab es unheimlich viele Geschäfte, in denen man Kleider kaufen konnte. Von Abendkleid über Strandkleid bis hin zum Flamenco-Outfit war da alles dabei. Besonders überrascht hat es mich auch, dass man in Spanien so viele Geschäfte für Kinder findet. Das ist in Deutschland nur noch total selten der Fall.

Die meiste Zeit sind wir nur entlang der Schaufenster geschlendert und haben nicht besonders viel eingekauft. Einen Schnapper habe ich dann aber doch noch gemacht: Einen neuen Sonnenhut für nur 9 €!

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Gegen halb fünf wurden wir wieder von unserem Bus eingesammelt. Wir waren beide fix und fertig von der vielen Lauferei und wollten nach dem anstrengenden Tag nur noch zurück ins Hotel. Äußert ärgerlich war der Umstand, dass man uns zuvor gesagt hatte, die Busfahrt dauere niemals länger als 2 Stunden. Was man uns aber verschwiegen hatte: Um den Bus voll zu kriegen, mussten vorab zahlreiche Hotels abgeklappert werden. So wurde aus einer Fahrt, die eigentlich 1:40 h dauern sollte, leider 2 1/2 Stunden. Das war definitiv zu viel und kam leider nicht nur auf dem Weg nach Sevilla vor, sondern auch bei der Fahrt zurück zum Flughafen. Nachdem wir eine Stunde lang alle Hotels abgefahren sind, dauerte es immer noch 50 min bis zum Flughafen nach Jerez. Ich muss sagen liebe TUI – das war eine Zumutung!

Trotzdem war es ein wunderschöner Tag in Sevilla, der natürlich viel zu kurz war, um alles anzusehen. Aber man sieht sich ja immer zweimal im Leben 🙂

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