Rhein und Wein in Rüdesheim | Tagesausflug in den Rheingau

Ein sonniger Samstag im Rheingau. Ich zeige euch, warum sich ein Besuch lohnt und was ihr bei eurem Tagesausflug nach Rüdesheim unbedingt anschauen und probieren solltet. Dieser Beitrag enthält Werbung für die Rheingaulinie.

Das Obere Mittelrheintal erkunden

Urlaub vor der Haustüre – so lautet mein Motto seit Anfang diesen Jahres. Wegen der Hochzeit war dafür bis jetzt nicht allzu viel Zeit. Letztes Wochenende war es aber wieder soweit. Ausgangspunkt war dieses Mal meine Heimat und Mama und ich haben uns entschlossen, nun einmal die “andere” Richtung am Rhein zu erkunden. Die RheingauLinie, die zwischen Neuwied und Frankfurt, die rechtsrheinischen Rheingemeinden des Rhein-Lahn-Kreises und des Rheingau-Taunus-Kreises erschließt, brachte uns von Koblenz nach Rüdesheim. Und es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass dieser Abschnitt des Rheins einer der landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands ist. Mit der RheingauLinie durchfährt man das weltberühmte Obere Mittelrheintal vorbei an Marksburg, Burgruine Rheinfels, Burg Stahleck, Pfalzgrafenstein und Co. In der Mitte bei St. Goarshausen ist die sagenumwobene Loreley zu finden, ein Felsvorsprung an der engsten Stelle im Mittelrheintal. Seit 2002 gehört das Obere Mittelrheintal zu den UNESCO-Welterbestätten, wobei hier Bingen und Rüdesheim eingeschlossen sind, obwohl diese Städte in Rheinhessen bzw. im Rheingau liegen. Wie ihr merkt, es gibt auf dem Streckenabschnitt der RheingauLinie sehr viel zu sehen und eigentlich lohnt es sich, an jedem der 21 Stationen einmal auszusteigen. Das kann man natürlich nicht alles an einem Tag schaffen, sodass wir uns für einen Ausflug nach Rüdesheim am Rhein entschieden haben. Unser Zug kam pünktlich und die Mitarbeiter waren sehr freundlich. Insgesamt machte der Zug einen sauberen Eindruck. Also hieß es für uns Zurücklehen, die Aussicht genießen und in knapp einer Stunde waren wir da.

Weinprobe in der RheinWeinWelt

Der Rheingau ist für seine vorzüglichen Weine bekannt, sodass eigentlich ziemlich schnell klar war, wo es für uns nach der Ankunft am kleinen Rüdesheimer Bahnhof hingehen sollte. Nur wenige Meter entfernt, nur einmal über die Straße, liegt eine relativ neue Vinothek mit genialem Konzept, das von einer tollen Geschichte geprägt ist. 1892 gründete der Destillateur Hugo Asbach das Unternehmen „Export-Compagnie für deutschen Cognac“ in Rüdesheim. Er wollte deutschen Cognac herstellen, der den französischen Produkten gleichwertig ist. 1908 entstand daraus die Marke “Asbach & Co. Uralt”, die zum deutschen Vorzeigeweinbrand wurde und – zumindest in Deutschland – dem französischen Cognac den Rang ablief. Nach mehr als 100 Jahren endete die Weinbrandproduktion in Rüdesheim.

 

Die begehbaren Betontanks der Destillerie werden nun seit 2017 wieder benutzt – für das in Deutschland einmalige Konzept der Vinothek „RheinWeinWelt”. Dort kann man spielerisch Weine von 76 Weingütern, entlang der über 165 Stromkilometer, die von Nierstein bis Königswinter verteilt liegen, verkosten. Dafür benötigt man Jetons, die man eigentlich aus dem Spielkasino kennt. Nach Einwurf einer Münze geben die speziell konstruierten Dispenser einen Probeschluck à 0,02 Liter aus. 10 Jetons kosten 10 Euro – diese kann man auch schön untereinander aufteilen. Dazu gibt es Brotchips und ein Klemmbrett, auf dem man die besten Weine ankreuzen kann. Im Anschluss an die Weinprobe kann man seinen Lieblingswein kaufen (muss man aber nicht!) oder sich ein bisschen im Shop umschauen. Ausklingen lassen kann man die Weinverkostung auch in der Weinlounge – mit regionaltypischen Leckereien. Definitiv einen Besuch wert.

 

 

Rüdesheim erkunden

Auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel, der Drosselgasse, erkundeten wir erst einmal die ersten Meter von Rüdesheim und wurden gleich von einem Highlight empfangen. Nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt steht die Brömserburg – ein tolles Fotomotiv, was man einmal zu Fuß umrunden kann. Der Eintritt zum Park ist nämlich frei. Danach geht es weiter Richtung Zentrum, vorbei an einer malerischen Kulisse und natürlich den Weinreben.

Die weltberühmte Drosselgasse

Kurze Zeit später erreichten wir unsere nächstes Ziel: die weltberühmte Drosselgasse. Es handelt sich dabei um eine nur zwei Meter breite Gasse im Herzen von Rüdesheim. Dort befinden sich viele Souvenirshops und Bars bzw. Restaurants. Die Drosselgasse ist deshalb so besonders, weil sich dort ein hübsches Fachwerkhaus an das Nächste reiht – teilweise wunderschön berankt mit Weinblättern. Hier herrscht nicht nur ein munteres Treiben, sondern auch ein ganz einzigartiges Ambiente. Hier werden an manchen Stellen Schnapsgläser mit Federweißer für 1 Euro pro Glas aus den Wirtsfenstern gereicht – an anderer Stelle kann man in einem der romantischen Höfe ein Päuschen einlegen. Wie schön muss es hier wohl zur Weihnachtszeit sein?

Kulinarisch unterwegs in Rüdesheim – das solltet ihr probieren

Wenn ihr in Rüdesheim seid, solltet ihr unbedingt ein Stück Zwiebelkuchen mit einem Glas Federweißer probieren. Generell könnt ihr hier unglaublich gute Weine trinken. Ein Highlight für mich: Frisch gemachte Baumstrietzel – direkt aus dem Fenster gereicht. Dazu eine Tasse Kaffee – köstlich (für alle, die Kaffee trinken, haha).

Eine Fahrt mit der Rüdesheimer Seilbahn

Wenn man die Drosselgasse bis nach oben durchgelaufen ist, kommt man fast automatisch zur Rüdesheimer Seilbahn. Für 8 Euro pro Person kann man nach oben und später wieder zurück fahren. Natürlich kann man den Weg zum Niederwalddenkmal auch wandern. Das dauert wohl etwa 30 Minuten – mitten durch die Weinberge – eine traumhafte Kulisse. Aber auch von oben aus der Seilbahn hat man einen super Ausblick auf Rüdesheim und den Rhein. Deswegen kann ich euch eine Fahrt nur empfehlen.

Niederwaldtempel und Niederwalddenkmal besuchen

Oben angekommen wartet dann nicht nur ein überragender Ausblick auf euch, sondern auch zwei ganz tolle Bauwerke bzw. Denkmäler. Zum einen der Niederwaldtempel und zum anderen das Niederwalddenkmal. An der Bergstation müsst ihr nur ein ganz kleines Stück gehen, um zum Tempel zu gelangen. Folgt man dem Weg dann noch weiter, erreicht man nach kurzer Zeit auch das Denkmal. Wir hatten einen richtig schönen Spätsommertag erwischt und konnten es uns so noch eine Weile auf den Stufen des Denkmals bequem machen und sonnen. Und das inklusive herrlichem Aussicht.

Ein Tag in Rüdesheim – mein Fazit

Der Tag war wirklich schön und Rüdesheim hat so viel zu bieten. Mama und ich haben uns gefragt, warum wir in über 25 Jahren, die wir nun in der Nähe von Koblenz leben, noch nicht einmal dort gewesen sind. Mein Vorhaben, einfach mal Urlaub vor der Haustür zu machen, hat sich also wieder einmal als richtiger Ansatz entpuppt. Oftmals sieht man gar nicht, welche Highlights sich direkt vor der eigenen Nase befinden. Also einfach mal Augen auf! Natürlich war es an einem sonnigen Samstag extrem voll in Rüdesheim. Denn hier hin kommen Touristen aus aller Welt. Und auch wenn manch einer von euch bei Rüdesheim an Rentner denkt, dem gebe ich grundsätzlich recht. Es waren extrem viele ältere Leute unterwegs, die teilweise mit ganzen Scharen von Reisebussen angefahren kamen, aber ich finde, dass man darüber einfach hinweg sehen sollte. Rüdesheim ist auf keinen Fall altbacken oder langweilig und unserer Meinung nach definitiv einen Besuch wert – oder auch zwei. Es hat sich wie ein echter Urlaubstag angefühlt und so soll es auch sein.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Kooperationspartner Rheingaulinie ganz herzlich für die Einladung bedanken. Dies hat keinen Einfluss auf meine Meinung in diesem Beitrag.

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